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RLP

Bockmann, Arthur

geb. am 21. Januar 1892 in Oppenheim
am 21. März 1942 nach Piaski-Lublin deportiert

Häftling im KZ Osthofen ab 16. Mai 1933

Arthur Bockmann wurde als Sohn von Joseph Bockmann und dessen Ehefrau Regina, geborene Hirsch, in Oppenheim geboren. Es handelte sich um eine alteingesessene gutbürgerliche rheinhessische Familie. Der Vater stammte aus Steinbockenheim, die Mutter war eine gebürtige Oppenheimerin. Arthur Bockmann war ein erfolgreicher Kaufmann, er betrieb in Oppenheim eine Weinhandlung. Am 16. August 1920 wurde die Tochter Ruth Regina geboren. Politisch engagierte sich Arthur Bockmann für die Sozialdemokraten, bei der Kommunalwahl am 15.11.1925 wurde er in den Stadtrat gewählt. Bereits am Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wurde Arthur Bockmann mit vorgehaltener Pistole von einem SA-Mann verhaftet und in das örtliche Gefängnis gebracht. In derselben Nacht wurde von außen in das Wohnhaus der Familie in der Ernst-Ludwigstraße 70, heute Friedrich-Ebert-Straße, geschossen. Im Mai 1933 wurde er erneut verhaftet und für einige Wochen im KZ Osthofen inhaftiert. Am Morgen des 10. November 1938 informierte ein in Mainz lebender Vetter die Familie Bockmann darüber, dass in Mainz die Synagogen brannten. Hals über Kopf brachte Arthur Bockmann sich und seine Familie, vorerst, in Sicherheit. Sie flohen mit dem PKW aus ihrer Heimatstadt Oppenheim. Die Familie konnte sich bei Verwandten in Bad Mergentheim für einige Zeit versteckt halten. Danach kehrten sie nach Rheinhessen zurück und fanden in Mainz Unterschlupf. Am 20. März 1942 wurden Arthur Bockmann, seine Frau Martha sowie seine beiden Schwestern Rosalie und Johanna nach Piaski deportiert. Hier verliert sich jede Spur. Nur die Tochter Ruth konnte 1939 nach England emigrieren und überlebte den Holocaust.

Quelle: Wolfgang Kemp, unveröffentlichtes Manuskript