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RLP

Widerstand von Gewerkschaftern

„Summarisch möchte ich sagen. Ein Mensch, der eine Überzeugung hat, gleichwie sie auch sei, und der zugleich auch Charakter besitzt, muss auch bereit sein, für seine Ideale in einer Zeit einzustehen, die von einem anderen Geist bestimmt ist.“ (Alfred Freitag, Sozialdemokrat und Gewerkschafter, 1933 KZ-Haft in Osthofen)

Zum 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften

Flyer zur Fachtagung

Die Passivität der Gewerkschaftsführungen, die zu Beginn der NS-Diktatur glaubten, durch Anpassung ihre Organisationen retten zu können, ist vielfach beschrieben worden. Weniger bekannt ist, dass bereits kurze Zeit nach der Zerschlagung der offiziellen Organisationen Gewerkschafter mit dem Aufbau einer illegalen Widerstandsstruktur begannen. Obwohl eine Vielzahl von Quellen für die Erforschung des gewerkschaftlichen Widerstands durchaus vorhanden und mit Einschränkungen auch zugänglich sind, haben seit den 1980er Jahren nur wenige Arbeiten diesen Teil des Arbeiterwiderstands gegen den Nationalsozialismus thematisiert. Widerstand und Verfolgung von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern angemessen aufzuarbeiten und zu bewerten, bleibt deswegen ein wichtiges Feld der Forschung zum Dritten Reich. Mit einer Fachtagung zu diesem Thema am 4. Mai 2013 in der Gedenkstätte KZ Osthofen wollen wir dazu einen Impuls liefern.

Ausführlicher Bericht zur Tagung (von Hans Berkessel)

Im Vorfeld dieser Tagung fand in Zusammenarbeit mit ver.di GPB, dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. und den rheinland-pfälzischen Landesverbänden von ver.di und DGB ein Biographien-Workshop statt. An einem Wochenende wurden sechs Biographien von Gewerkschaftern erarbeitet, die als Häftlinge im KZ Osthofen 1933 eingesperrt waren. Außerdem haben sich die Teilnehmer mit den verschiedenen Gewerkschaften beschäftigt. Die Ergebnisse dieses Workshops werden auf der Fachtagung und auf dieser Homepage präsentiert.

Außerdem finden Sie Biographien weiterer Gewerkschafter, die 1933/34 Häftlinge im KZ Osthofen waren.