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RLP

Die wichtigsten Daten zum Widerstand und zur Verfolgung von Gewerkschaftern in unserer Region und zur Lage der Arbeiter im Nationalsozialismus

1934

20. Januar

Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Das Gesetz, das auf Denkschriften von Krupp und Robert Bosch zurückgreift, vernichtet die Errungenschaften der Gewerkschaften wie Koalitionsrecht, Acht-Stundentag, Bildung von Betriebsräten u. a. mehr. Es überträgt das nationalsozialistische Führerprinzip auf den Betrieb.

28. Januar

Der Exilvorstand der SPD in Prag (Sopade) veröffentlicht das Prager Manifest „Kampf und Ziel des revolutionären Sozialismus".

27. Februar

„Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft": Es leitet die umfassende Umstellung der Wirtschaft auf den Krieg ein und entspricht in vollem Umfang den Forderungen des Reichsverbandes der deutschen Industrie.

März/April

Darmstadt: „Vertrauensrätewahlen". Die Wahlbeteiligung beträgt nach Angaben der DAF nur 40 Prozent. Auf die NSBO-Kandidaten entfallen rund 25 Prozent der Stimmen.

April

Die Konzentrationslager werden der SS unterstellt.

24. April

Einsetzung des Volksgerichtshofes.

1. Mai

Illegales Flugblatt der Frankfurter ZdA-Jugend und illegale Maifeier, Protestaktion und Flugblattverteilung in Darmstadt.

15. Mai

Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes. Es ermöglicht Zwangsverpflichtungen für Landarbeiter und untersagt ihnen, nichtlandwirtschaftliche Berufe aufzunehmen. Es wird in der Folgezeit auch auf andere Berufe ausgedehnt.

Juni

Aufbau der Vertrauensleutestützpunkte im Bereich der Reichsbahndirektionen Kassel und Darmstadt durch Hans Jahn mit Unterstützung der Internationalen Transportarbeiterföderation (ITF).

10. Juni

Wilhelm Leuschner wird aus dem Konzentrationslager Lichtenburg entlassen. Er gründet in Berlin eine Fabrik für Leichtmetallarmaturen und beginnt mit dem Aufbau eines Netzes von gewerkschaftlichen Vertrauensleuten im Reichsgebiet mit Kontakten nach Darmstadt und Frankfurt.

Juli

Verhaftungen von Mitgliedern der RGO-Gruppe in Darmstadt. Das KZ Osthofen wird geschlossen und die dort noch einsitzenden Häftlinge werden soweit sie nicht entlassen werden, in andere Haftstätten und Konzentrationslager, wie zum Beispiel Dachau, gebracht.

15. September

Im „Einheitsfrontabkommen" zwischen den Bezirksleitungen von SPD und KPD in Hessen findet sich ein grundlegender Abschnitt über den „Wiederaufbau freier Gewerkschaften".

Dezember

Verhaftung von acht Anarcho-Syndikalisten in Darmstadt, Offenbach und Frankfurt.

20. Dezember

„Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniform" (Heimtücke-Gesetz). Tausende Kollegen wurden auf Grund dieses Gesetzes z.B. bei der Verweigerung des Hitlergrußes u.a. denunziert, verhaftet und zum Teil verurteilt.

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